Der letzte Monat war etwas karg, was Spitzentennis anbelangt. Zwar gab es eine Vielzahl durchaus interresanter Turniere, aber ein Highlight bei dem alle Topspieler dabei waren wie in Melbourne Anfang des Jahres fehlte. Nun jedoch geht es weiter, in den U
SA. Genauer gesagt bei den 2 großen Master Turnieren in Indian Wells und Miami. Diese beiden Turnieren schließen die sehr lange Hard Court Saison, die im Sommer mit den US Open Series beginnt, ab. Danach folgen Turniere auf Sand und später auf Rasen in Europa. Das Besondere an den beiden Turnieren ist, dass sie in gewisser Weise Grand Slam Format haben – bei keinen anderen Master gibt es ein 128er Feld, und keines dauert 2 Wochen lang. Mit 3,645,000 Dollar Preisgeld kann auch kein anderes ATP Turnier (hierzu zählen keine Grand Slams) mithalten.Letztes Jahr war dieses Monat gefüllt mit Überraschungen. Topspieler wie Federer, Djokovic und Murray (Nadal erreichte immerhin 2 Halbfinals) hatten wenig zu melden. Dagegen gab es überraschende Sieger mit Ivan Ljubicic und Andy Roddick. Fraglich, ob es dieses Jahr ähnlich laufen wird. Aber auf wen sollte man achten in diesem Monat:
Rafael Nadal: Der Weltranglistenerste kehrt nach seinem Viertelfinalaus bei den Australian Open auf die Tour zurück. Von seiner Verletzung, die er gegen David Ferrer erlieten hatte, ist er wieder erholt. Letzte Woche trat er für Spanien im Davis Cup gegen Belgien an. Für Nadal beginnt nun so langsam die „Jagdsaison“ – mit ihm als Gejagden. Ab diesen beiden Turnieren hat er eine immense Menge an Punkten zu verteidigen. Größter Erfolg im März waren seine Siege in Indian Wells 2007 und 2009. Über seine derzeitige lässt ihm Moment wenig sagen.
Roger Fede
rer: In den Jahren 2004 – 2006 war der Schweizer Seriensieger in Indian Wells und Miami (5 von 6 Titeln). Seitdem sprang auch keine Finale mehr heraus. Zuletzt zeigte sich Federer recht konstant, aber nicht mehr so brillant wie Ende 2010, als er in London die Konkurrenz reihenweise vorspielte. 2 Pleiten gegen Djokovic stehen in diesem Jahr schon an. Federer spielte immer noch gut, hatte aber mit dem Serben große Probleme. Aktuell kämpft er mit ihm um Rang 2 in der Weltrangliste.Novak Djokovic: Der Mann des Jahres bisher. Noch keine Niederlage erliet der Serbe in 2011, dagegen stehen 2 Titel (Australian Open + Dubai) und 12 Siege, unter anderen 2 mal gegen Federer. Nun ist die Frage, ob er seine Serie hier in den USA fortsetzen kann. In den letzten beiden Jahren gelang dies weder Federer noch Nadal, der letzte Indian Wells Sieger, der auch in Melbourne erfolgreich war, war 2008 Djokovic …
Robin Söderling: Keiner holte mehr Titel in diesem Jahr als der Schwede. In Brisbane, Rotterdam und Marseille triumphierte er. Negativ war bisher einzig die Niederlage im Achtelfinale der Australian Open. Söderling zeigt sich sehr k
onstant, allerdings fehlen ihn Sieger gegen andere Top 5 Spieler, eine gute Gelegenheit wäre nun, immerhin muss er 2 Halbfinals verteidigen.Andy Murray: Es ist Murray erstes Turnier seit seiner Niedelage gegen Djokovic in Melbourne (klammert man die desaströse Niederlage in der ersten Runde von Rotterdam aus). Letztes Jahr brauchte der Brite bis Wimbledon um sich von der Finalniederlage zu erholen. Gelingt es Murray die Enttäuschung auszublenden, ist er auf jeden Fall ein Kanidat für einen Titel, wie immer bei Hard Court Masters.
Tomas Berdych: Letztes Jahr gehörte er zu den Überraschungen in März. In Indian Wells erreichte er das Viertelfinale und in Miami das Finale. In Topform scheint der Tscheche jedoch nicht, zuletztz verlor er im Davis Cup gegen Golubev, Tschechien schied aus. Das Tief des letzten Jahres scheint er jedoch überwunden zu haben, als er in der 2. Saisonhälfte teilweise kein Match mehr gewann. Nun muss er gut spielen um nicht Boden in der Rangliste zu verlieren.
Andy Roddick: Was für Berdych gilt, gilt noch viel stärker für Andy Roddick. Er war der Mann im März mit 2 Finals und 1 Titel in Miami. Nun droht ein großer Fall in der Weltrangliste, war sein restliches Jahr 2010 eher schwächer. Zuletzt zeigte er sich stark in Memphis, diese Form wird er brauchen.
Ivan Ljubicic: Der ander
er Titelträger im letzten März. Sein Sieg war der überraschendste der ganzen Master Series 2010. Abgesehen davon war sein Jahr jedoch eher schwach. Ein Absturz droht nun, da er wohl kaum dieses Kunststück wiederholen wird.Milos Raonic: Der Shootingstar des Jahres bisher. Nach seinen Achtelfinale in Melbourne spielte er in den USA in San Jose und Memphis groß auf, gewann seinen ersten Titel und ein Finale. Der Kanadier zeichnete vor allem sein gewaltiger Service aus. Hält er die Form kann er auch bei den Masters gefährlich sein.
Juan Martin Del Potro: Bei 3 Turnieren in den USA im Februar sammelte der Argentinier Siege und Selbstvertrauen. Auch ein Titel sprang in San Jose heraus. Ob es auch wieder auf der großen Bühne gegen namhaftere Gegner reicht, werden die nächsten Wochen zeigen.
Auch interresant wie sich die Spieler präsentieren, die zuletzt auf Sand in Südamerika gespielt haben (Almagro / Dolgopolov / Ferrer / …), und sich nun wieder auf Hard Court umstellen müssen. Alles in allen sollten es wieder spannende Wochen werden.
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