Samstag, 9. Januar 2010

Die Kampfansage

Von: Christian

Es ist nicht immer einfach den Wert von Vorbereitungsturnieren zu messen. Um diese Aussage zu beweisen genügt schon ein Rückblick in das letzte Jahr. Da gewann Andy Murray das Vorbereitungsturnier in Doha. Zusammen mit einer starken Endphase in der letzten Saison machte ihn das zu einem Geheimfavoriten bei den Australien Open. Doch diese Rolle konnte er nicht ausfüllen, er schied gegen den Spanier Fernando Verdasco im Achtelfinale aus. Jetzt haben wir mit Nikolay Davydenko eine Situation, die an die des letzten Jahres erinnert.

Der Russe mausert sich immer mehr zu einem Spieler, den man bei den Australien Open auf der Rechnung haben sollte. Seit Oktober des letzten Jahres holte der 28-Jährige 3 Titel auf der Tour. Und daruter fallen nicht irgendwelche kleine Turniere, sondern ein 1000er, der Master Cup und das, immerhin mit Federer und Nadal besetzte, Turnier in Doha.

Der Mann, der seit 99 im Profitennis dabei ist, ist nicht wirklich ein neuer Spieler in der Spitzengruppe. Davydenko war schon die Nummer 3 der Welt (2006) und war seit 2005 am Jahresende immer in den Top 10 zu finden. Die letzte Saison zählte nicht umbedingt zu der glücklichsten des Russen, wenn man den tollen Schlussspurt ausblendet. Die Australien Open musste aufgrund einer Verletzung absagen, bei den French Open erreichte er immerhin das Viertelfinale, bei Wimbledon erreichte die 3.Runde und bei den US Open musste er gegen Söderling im Achtelfinale aufgeben.

Doch das ist erstmal Vergangenheit, was im Moment zählt ist die Gegenwart. Und die sieht vielversprechend aus. Seit Oktober des letzten Jahres spielte Davydenko 5 mal gegen Nadal oder Federer. Dabei gewann er jedes Duell. Besonders imponierend waren vor allem die 2 Sieg, die gerade in Doha errungen hat. Letztes Jahr hatte Nadal zum Beispiel noch nicht seine Form. Aber, dass dies nun anders ist bewies er in Satz 1, wo er unglaubliches Tennis spielte. Dass Davydenko aber zurückkam, ist ebenso beeindruckend.

Davydenko stand 4 mal im Halbfinale eines Grand Slams (2x French Open | 2x US Open). 3 mal verlor er dabei gegen Federer. Nicht immer war er klar unterlegen, aber er verlor dennoch. Noch schlimmer, seine Bilanz gegen den Schweizer lag bei 0-12. Zumindest bis zum November des letzten Jahres. So gesehen sind die Siege der letzten Zeit auch mental sehr wichtig. Und sie drücken auch einen Art Wandel aus.

Der 178 cm grosse Russe galt schon immer als solider Spieler. Eine Ballmaschine, die jeden Ball zurückbrachte, der aber ein echter Gewinnschlag fehlt. Doch seit Ende des letzten Jahres ist hier eine neue Entwicklung zu sehen. Davydenko spielt richtig aggressiv, setzt seinen Gegner unter Druck. Beeindruckend ist die Konstanz und auch die Winkel mit der er von der Grundlinie spielt. An guten Tagen, und die hatte er zuletzt häufig, spielt er mit wenig Fehler. Weiterhin erläuft er sich druch seine exzellente Bein- und Laufarbeit sehr viele Bälle und kann gut aus der Defensive kontern. Aufschlag war noch nie seine Stärke, aber auch hier hat er sich verbessert. So gelang es ihm im ersten Satz gegen Federer in Doha jeden (!) ersten Aufschlag ins Feld zu spielen. Desweiteren monierten Kritiker seine Schwächen bei Volleys, ein Volley-Spieler wird der Russe wohl nicht mehr, aber er wagt sich in letzter Zeit durchaus an Netz und macht dort Punkte. Diese laufintensive Spielweise raubt viel Kraft. Und genau das könnte bei einem zweiwöchigen Grand Slam Turnier ein Problem werden. Aber gegen Nadal war es nicht so, dass Davydenko mit steigender Spieldauer nachliess, sondern er steigerte sich nach einem verschlafenen Start.

Es dauert nicht mehr lange bis zu den Australien Open. Ein Turnier, wo es schon viele Überraschungen gab. Davydenko stand noch nie im Finale eines Grand Slams. Wie bereits gesagt, es ist schwierig aufgrund von einer guten Frühform auf Erfolg bei einem Majorturnier zu schliessen und vielleicht läuft es wie letztes Jahr. Aber vielleicht gelingt es Davydenko dieses Jahr. Die Chancen stehen so gut wie lange nicht mehr ...

Bildquellen:
www.kicker.de
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www.eurosport.com
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