Donnerstag, 24. Juni 2010

Im Kommen

Von: Christian

Alexandr Dolgopolov - Alexandr D... wer? Diese Frage dürften sich nicht wenige Tennisinterresierte gestellt haben, als Dolgopolov in der diesjährigen Sandplatzsaison begann sich auf der ATP Tour zu etablieren. Monte Carlo war das erste größere Turnier, bei dem sich der Ukrainer in das Hauptfeld spielen konnte. Damals kam der junge Spieler, der aus Kiew stammt, noch relativ unbekannt daher. Mittlerweile dürfte das nach dem Erreichen der dritte Runde in Roland Garros etwas anders aussehen.

Dolgopolov gehört mit seinen 21 Jahren zu den jüngsten Spielern in den Top 100 und hat innerhalb der letzten 12 Monate einen steilen und konstanten Aufstieg genommen. Im August des letztjährigen Finals stand der Ukrainer, dessen beiden Eltern außerdem ebenfalls Profisportler waren, zum ersten Mal in den Top 200. Bis zum Ende des Jahres gewann er 3 Challengerturnier, allesamt auf Sand. Mit einem weiteren Sieg in Meknes in diesem Jahr erreicht er im März die Top 100. Ein starke Entwicklung, die aber später mit seinem Durchbruch auf der ATP Ebene ihren Höhepunkt erreichte.

Den Erfolge auf dieser Eben fehlten in dieser Zeit noch. Er erreichte in St. Petersburg Ende 2009 und in Doha die Runde der letzten 16. Aber der 21 Jährige, der Russisch und Englisch spricht, legte in der diesjährigen Sandplatzsaion erst richtig los. In Monte Carlo konnte er sich erstmal in das Hauptfeld eines größeren Turniers spielen, dort lieferte er dem Franzosen Benneteau einen harten Kampf, verlor jedoch knapp in 3 Sätzen. Nachdem er dann in Rom in der Quali verlor, erreichte er in Madrid die zweite Runde. Dort ging es gegen niemanden geringeren als gegen den "Sandkönig" Rafael Nadal. Doch Dolgopolov lieferte ein gutes Match und zeigte viele seiner Qualitäten, auch wenn es am Ende ein souveräner Sieg des Spaniers war:



Dolgopolov, der 2006 sein Davis Cup Debut bestritt, zeichnet sich durch harte Grundschläge, mit denen er versucht Druck über die Grundlinie zu erzeugen, und einen guten Aufschlag aus. Desweiteren ist er flink auf den Beinen und verfügt über viel Gefühl, das er bei seinen Stopps zeigt. Sein stärkster Belag ist eindeutig Sand, nicht umsonst gewann er 2009 und 2010 4 Challenger auf Sand und schaffte den Durchbruch während der Sandplatzsaison. Der Höhepunkt kam für ihn dann auch mit dem Grand Slam in Paris. Hier erreichte der Ukrainer, der bereits mit 3 Jahren mit dem Tennissport begann, die dritte Runde und schaltete Arnaud Clement und Fernando Gonzales aus. Gegen den starken Spanier Nicolas Almagro war dann jedoch Endstation. Mit diesem starken Auftreten erreichte er die Top 50, was aktuell der Höhepunkt seines Aufstiegs ist.

Seine Spielweise beschrieb er selbst:
"Ich spiele ein sehr hartes Spiel. Ich bevorzuge nicht 1 oder 2 bestimmte Schläge, ich nutzte fast alles, was ich kenne. Ich habe kein bevorzugten Schlag oder Spielplan. Mein Tennis ist meistens improvisiert, deshalb will ich mich überall verbessern, ohne Ausnahme. Das Wichtigste für mich ist verletzungsfrei zu bleiben. Ich muss noch alles verbessern um dahin zu kommen wo ich sein will. Ich denke ich habe noch 2 oder 3 Jahre mit harter Arbeit vor mir um das zu erreichen." (Alexandr Dolgopolov)
Nun hat die Rasensaison begonnen, und auch hier war der Ukrainer erfolgreich. In Eastbourne erreicht er das Halbfinale und scheiterte erst gegen den starken Llodra, der später auch das Turnier gewann. In Wimbledon steht er nun in Runde 2 und wird heute gegen Tsonga spielen. Wir dürfen gespannt sein, was wir dieses Jahr noch von Dolgopolov hören werden.

Bildquelle:
imagebam.com

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