Montag, 23. Juli 2012

Knapp am Heimsieg vorbei

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Hamburg, Finale:

Eine Traumwoche in Hamburg endet für Tommy Haas nicht mit einem Thriumph. Der 34 Jährige verlor heute im Finale gegen Juan Monaco aus Argentinien. Der Sandplatzspezialist, der dieses Jahr bereits Titel in Vina del Mar und Houston, dazu das Finale letzte Woche in Stuttgart gewann, erwies sich am Ende als zu zäh. Monaco, der zuvor Nicolas Almagro in 3 Sätzen im Halbfinale besiegte, wird mit diesem Titel nun die Top 10 das erste Mal in seiner Karriere erreichen. Neben starken Ergebnissen auf Sand hatte Monaco, der als harter Arbeiter gilt (Vergleiche mit David Ferrer liegen nah), auch Ausrufezeichen auf Hartplatz gesetzt mit den Halbfinale in Miami, dem Finale von Valencia oder dem Achtelfinale der US Open. Für Haas reicht es am Ende zwar nicht, aber ein Finale hier auf Sand ist dennoch aller Ehren wert. Mittlerweile ist sogar die Top 30 wieder in Reichweite. Wahrlich eine Schande, dass der beste deutsche Spieler der letzten 10 Jahre nicht bei Olympia teilnehmen darf.

Gstaad, Finale:

In der Schweiz beim Sandplatzturnier in Gstaad verfehlte Janko Tipsarevic seinen zweiten Titel in Folge nach dem in Stuttgart gegen Monaco vor einer Woche. Der Serbe verlor im Finale gegen den 24 jährigen Brasilianer Thomaz Bellucci. Dieser zeigte damit mal wieder sein immenses Potential auf Sand, das er allerdings eher selten in gute Resultate umwandeln kann. Vor einem Jahr sorgte er mit einen Halbfinale in Madrid für Aufsehen, als diese Punkte jedoch wegfielen, fiel er aus den Top 50. Zuletzt ging es nach Erstrundenniederlagen in Paris und Wimbledon wieder bergauf nach einem Challenger Sieg in Braunschweig und einem Halbfinale in Stuttgart, wo er gegen eben jenen Tipsarevic verlor. Diesmal hatte der Brasilianer das bessere Ende für sich, obwohl er in Satz 1 eine sichere Führung von 1-6 noch abgab (mit einem unfassbaren Doppelfehler bei Satzball). Doch er ließ sich davon nicht beirren und zeigte wie schon im Halbfinale gegen Grigor Dimitrov starkes Tennis. Belucci verfügt über sehr viel Power in seinen Grundschlägen und kann bei guter Form zu einem sehr gefährlichen Kontrahenten werden. Man wird gespannt sein dürfen, ob er diese Form weiter halten kann, vor allem da es bald auf Hartplatz weitergehen wird.

Atlanta, Finale:

Am späten Abend fand dann das letzte Finale dieser Woche statt. In Atlanta siegte Andy Roddick in 3 Sätzen gegen den Luxenburger Gilles Muller. Muller hatte eine starke Woche hinter sich und erreichte sein erstes ATP Finale seit 2005 in Los Angelos, vor allem sein Aufschlag funktionierte hervorragend. So gewann er sogar Satz 1 deutlich mit 6-1, doch Roddick, der im Halbfinale John Isner besiegte, konnte das Match drehen. Er zeigte sich zuletzt wieder deutlich verbessert nach einer bisher eher schwachen Saison 2012 (Ausnahme Miami mit dem Sieg gegen Roger Federer). Doch mit dem zweiten Titel in kurzer Zeit (erste in Eastbourne auf Rasen) meldete sich die ehemalige Nummer 1 wieder zurück und steht wieder in der Näher der Top 20. Nun steht Olympia an, auf Rasen und über 3 Sätze sollte Roddick ein gefährlicher Gegner sein.

Freitag, 20. Juli 2012

Zurück im Rampenlicht

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Hamburg 2012, Viertelfinale: 

In den letzten Wochen machte das deutsche Tennis überaus positiv von sich zu sprechen. Zunächst schlug Tommy Haas sensationell Roger Federer, den späteren Wimbledon Sieger, im Finale von Halle und holte so den Titel beim Rasenturnier in Norddeutschland. Beim Grand Slam in London enttäuschte Haas keineswegs, spielte aber ungünstigerweise direkt in Runde 1 gegen Philipp Kohlschreiber, der bisher sein wohl bestes Jahr spielt. In einem 5 Satzmatch setzte sich der Augsburger durch (wegen der Ansetzung auf einem Platz ohne Kameras lässt sich nicht viel über dieses Match berichten). Auf jeden Fall sorgten Florian Mayer und Kohlschreiber in Wimbledon für Furore und erreichten das Viertelfinale.
Doch nun im Halbfinale von Hamburg steht Tommy Haas wieder im Rampenlicht als letzter Deutschen beim Turnier am Rothenbaum. Der 34 Jährige erreichte bisher erst einmal die Runde der letzten 4 hier, nämlich 1997 im Alter von 19 Jahren. Einiges hat sich geändert seitdem, Hamburg hat seinen Status als Master Turnier verloren, und Haas steht im Herbst seiner Karriere. Nichtdestotrotz geht sein Comeback rasant voran. Im Viertelfinal schlug er in 2 Sätzen Florian Mayer, der in Satz 1 einige spektakuläre Fehler machte, in Satz 2 war es enger, aber Haas setzte sich durch. Zuvor konnte Haas Gilles Simon, Titelverteidiger, nach einem Satzrückstand besiegen. Haas, der das Jahr außerhalb der Top 200 begann, steht nun auf Rang 36 im Live Ranking, eine wahrlich sensationelle Entwicklung.

In guter Form befindet sich allerdings auch sein nächster Gegner. Marin Cilic gewann zuletzt in Queens und Umag, scheint so wieder auf den Weg Richtung Top 10. Sein Match heute gegen Albert Ramos war jedoch eher von vielen Schwankungen geprägt. Am Ende siegte er aber souverän in 2 Sätzen gegen den Spanier, der sich immer mehr auf ATP Ebene (zumindest auf Sand) etabliert. Bereits zu den Spitzenspielern auf der roten Asche gehören Juan Monaco und Nicolas Almagro. Beide werden im anderen Halbfinale aufeinandertreffen. Monaco siegte gegen Jeremy Chardy aus Frankreich.

Almagro eliminierte dagegen Philipp Kohlschreiber. Wie bereits erwähnt spielt dieser ein wirklich starkes Jahr bisher, gekrönt mit dem Viertelfinale in Wimbledon. Zu einer weiteren Sternstunde reichte es allerdings in Hamburg nun nicht. Dafür war am Ende der Spanier ein zu hohe Hürde, dabei hatte Kohlschreiber durchaus seine Chancen. Im ersten Satz breakte er, als Almagro ausservierte, jedoch verlor er selbst seinen Aufschlag kurz später wieder. In Satz 2 hatte er die Gelegenheit den Satz zu zumachen, aber von 5-4 aus verlor er den Satz noch 7-5.

Dienstag, 17. Juli 2012

Titelverteidiger wendet frühes Aus ab

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Hamburg 2012, Runde 1:

Diese Woche findet das größte deutsche Turnier statt, am Hamburger Rothenbaum, es ist auch gleichzeitig das wichtigste - zu mindest nach Punkten - zwischen Wimbledon und Olympia. Dennoch kann das Turnier nicht mehr mit dem Feld aufwarten, welches es zu den Zeiten hatte, als es noch als Master 1000er im ATP Kalendar stand. Topgesetzter ist der Spanier Nicolas Almagro, der wenig Probleme in Runde 1 gegen Tobias Kamke hatte. Almagro verlor vor einem Jahr das Finale gegen Gilles Simon, der dieses Jahr wieder dabei ist um seinen Titel zu verteidigen.

Die letzten Wochen waren nicht umbedingt optimal für Simon. Nachdem er in Monte Carlo und mit seinem Titel in Bukarest für Furore sorgte, verliefen die großen Turniere auf Sand eher unspektakulär, wie auch jene auf Rasen. Zurück in Hamburg entkam er hier in Runde 1 auch nur knapp einem frühen Aus. Er spielte gegen einen tapfer kämpfenden Carlos Berlocq, der den ersten Satz gewann und im 2. aufholte und so einem Tiebreak erzwang. Diesen konnte Simon, der häufig das Problem hat einen aggressiven Matchplan dauerhaft umzusetzen, für sich entscheiden - im 3. Satz fiel der Argentinier dann kräftemäßig ab und Simon zog in Runde 2 ein.

Von dieser war auch Cedrik-Marsel Stebe nicht weit entfernt. Der deutsche Youngster überraschte letzte Jahr hier mit Siegen gegen Ferrero und Davydenko. Der Spanier hatte zuvor das Turnier in Stuttgart gewonnen, Juan Monaco stand zu mindest im Finale letzten Sonntag. Stebe führte mit 5-4 im 3. Satz, schaffte es aber nicht auszuservieren. Monaco kam zurück und drehte den Satz, womit es am Ende 7-5 stand. Eine Überraschung gelang dafür Julian Reister, der länger verletzt war. Er bekam eine Wildcard und schlug in Runde 1 in 2 Sätzen Fernando Verdasco, womit wohl nur Wenige gerechnet hätten.

Tennis-News: Teil 2

Diese Woche gibt es wieder die neuesten Nachrichten aus der Welt des Tennis. Allen voran natürlich mit Roger Federer und der Tennis Hall of Fame.

Roger Federer ist seit dem gestrigen Montag auch statistisch gesehen der größte Tennisspieler aller Zeiten, was er für viele Fans und Experten auf der ganzen Welt auch vorher schon war. Nach seinem Wimbledon-Titel vor zwei Wochen rutschte er wieder auf Weltranglistenposition 1 vor Novak Djokovic vor und wird nach dieser Woche 287 Wochen an der Spitze der Tenniswelt gewesen sein. Zuerst 237 Wochen von 2004 bis 2008, von Juli 2009 bis Juni 2010 und nun steht er wieder ganz oben. Damit überholt er die amerikanische Tennislegende Pete Sampras, der insgesamt 286 Wochen seiner Karriere an Position 1 verbracht hat.

In die Tennis Hall of Fame wurden letzte Woche, im Rahmen des Turniers in Newport, drei ehemalige ATP- und WTA-Stars aufgenommen. Diese Ehre zuteil wurde Gustavo Kuerten und Manuel Orantes bei den Männern und der US-Amerikanerin Jennifer Capriati bei den Frauen.
Zudem wurden der bereits verstorbene Rollstuhlspieler Randy Snow und der Brite Mike Davies in die Hall of Fame aufgenommen.

Montag, 16. Juli 2012

Zurück nach oben

Umag 2012, Finale:

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Heimsieg für Marin Cilic in Umag. Beim kroatischen Sandplatzturnier konnte er nach einer geglückten Revanche gegen den letztjährigen Sieger Alexandr Dolgopolov im Finale gegen Marcel Granollers seinen 8. Titel in seiner Karriere gewinnen, für sein Alter durchaus eine beachtliche Zahl. Es war vor etwas mehr als 2 Jahren, als er auf den Weg schien sich in den Top 10 festzusetzen, nachdem er bei den Australian Open das Halbfinale erreichte, sein bisher noch bestes Ergebnis bei einem Grand Slam. Doch Cilic konnte die Position unter den besten 10 der Welt nicht halten und fiel kurzzeitig auch aus den Top 30. Mittlerweile ist der 23 Jährige jedoch wieder auf den Weg zurüch nach oben, in Umag verlor nicht einen Satz und steht mittlerweile auf Position 15. Da er nun einiges an Selbstvertrauen gewonnen hat, ein wichtiger Faktor, und wenig zu verteidigen hat in den nächsten Wochen ist noch mehr Potential nach oben vorhanden. Marcel Granollers erreicht derweile zum ersten Mal die Top 20.

Bastad 2012, Finale:

Seine ungeheure Konstanz stellte in Bastad einmal wieder David Ferrer unter Beweis. In gewisser Weise eifert er Roger Federer nach und zeigt, dass man auch mit 30 noch viel erreichen kann auf der ATP Tour. Vor allem beeindrucken, da sein Spiel zum größten Teil auf seine starke Physis beruht, auch wenn ihn, wie es manchmal zeigt, nicht darauf reduzieren sollte. Nachdem er letzt Woche in Wimbledon zeigte, dass er auch auf Rasen mitmischen kann, gewann er nun einen weiteren Titel auf der roten Asche. Nicolas Almagro, der alle 11 Matches gegen seinen Landsmann verlor, blieb im Finale ohne Chance, schien aber auch Probleme mit der Schulter zu haben. Nächste Woche ist Almagro in Hamburg Topgesetzter, dass Ferrer dort nicht teilnimmt wird ihm wohl nicht unrecht sein. Für Ferrer war es Titel Nummer 5 in diesem Jahr, sowieso verlor er nur 2 Matches dieses Jahr gegen Spieler, die im Ranking hinter ihm stehen - Thomaz Bellucci in Monte Carlo und Denis Istomin in Indian Wells. Ansonsten war immer gegen die Top 4 Schluss, nur Andy Murray schlug er bei den French Open. Von daher ist Rang 5 das perfekte Ranking für den Spanier. Letztes Jahr stand er ebenfalls hier im Finale, damals noch Nummer 6 der Welt. Damals wurde er von Robin Söderling auseinander genommen, der damals auf Ferrers jetztiger Position stand und dessen Comeback leider weiter auf sich warten lässt.

Stuttgart 2012, Finale:

Janko Tipsarevic ist der Nachfolger von Juan Carlos Ferrero als Champion des Mercedes Cups in Stuttgart. Auch wenn der Serbe, der im letzten Jahr einen großen Sprung in die Top 10 machte, einige Male nicht gerade souverän seine Matches überstand, siegte er am Ende im Finale gegen die Nummer 2 des Turniers, Juan Monaco. Es ist der 3. Titel Tipsarevics, nachdem er zum ersten Mal letztes Jahr in Moskau eine Trophäe gewann, und der erste auf Sand. Dabei macht er sich das Leben nicht umbedingt leicht, als er im 2. Satz eine beruhigende Führung aus der Hand gab. Doch dieses Missgeschick konnte er in Satz 3 berichtigen.


Newport 2012, Finale:

Auch wenn die Konkurrenz dieses Jahr in Newport härter war als sonst (Olympia machts möglich) änderte diese Tatsache nichts am Sieger. Der heißt wie letztes Mal John Isner. Im Halbfinale besiegte er seinen jungen Landsmann Ryan Harrision, der sein 5. Halbfinale auf ATP Ebene erreichte, aber auch das 5. verlor. Im Finale bekam der Hüne aus den USA es dann mit Lleytion Hewitt zu tuen. Der Australier erreichte zu Beginn des Jahres das Achtelfinale bei Australian Open, seitdem gelang der oft von Verletzungen geplagte ehemalige Nummer 1 der Welt sehr wenig. Bis er nun auf seinen Lieblingsbelag das Finale erreichte. Im Finale war dann Isner jedoch eine Nummer zu groß, der verlorene Tiebreak in Satz 1 sollte einer Vorentscheidung gleichkommen. Isner kann nun seine Leistung auf Rasen in ein paar Wochen bei den olympischen Spieler bestätigen, nachdem er in Wimbledon überraschend in Runde 1 verlor.

Samstag, 14. Juli 2012

Volles Programm

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Nach Wimbledon ist vor Olympia, und da die Spiele in London gerade mal 3 Wochen nach dem Finale des 3. Grand Slam Turnier des Jahres liegen, musste der Spielkalendar ziemlich vollgepackt werden in der Zeit zwischen den beiden Events. Das führt dazu, dass in der jetztigen Woche neben dem Rasenturnier in Newport auch die Sandplatzturniere in Umag, Bastad und Stuttgart stattfinden. Damit haben wir 4 250er Turnier in einer Woche, man kann also durchaus den Überblick verlieren. Obwohl die Position direkt nach einem Majorturnier nicht gerade ideal ist, sind durchaus noch prominente Spieler am Start.

Newport 2012, Viertelfinale: 

Davon, dass es auch bei Olympia auf Rasen geht, profitiert Newport. Das Turnier in den USA ist damit die letzte Chance noch einmal auf den grünen Untergrund zu spielen, weswegen das Feld im Gegensatz zu vorherigen Jahren relativ stark besetzt ist. Topfavorit unter den 4 verbleibenden Spieler ist Titelverteidiger John Isner. Die Nummer 1 der USA schied in Wimbledon bereits in der ersten Runde gegen Alejandro Falla aus, etwas enttäuschend, hatte man ihm wegen seinem Aufschlag doch deutlich bessere Chancen zugetraut. Im Halbfinale trifft er auf Ryan Harrision, der schon in Eastbourne ein Halbfinale auf Rasen erreichte. Er kam gegen Benjamin Becker weiter, der aufgeben musste, nachdem er zuvor Milos Raonic in seiner Schranken wies, der auf Rasen nicht so zurecht kommt wie auf Hartplätzen bisher. Im anderen Halbfinale treten Lleyton Hewitt, er gewann seit den Australian Open kein Match mehr und steht nicht mal mehr in den Top 200, und Rajeev Ram, siegte hier 2009 und schlug Kei Nishikori im Viertelfinale.

Stuttgart 2012, Viertelfinale:  

Keine Deutschen mehr sind beim Mercedes Cup in Stuttgart dabei. Sehr knapp war es dabei für Björn Phau, der dieses Jahr bei Challengers sehr überzeugte, er hatte 4 Matchbälle gegen den Topgesetzten Janko Tipsarevic, der sich jedoch retten konnte und so ins Halbfinale einzog. Er hat nun gegen Thomaz Belucci die Chance auf sein zweites Finale nach Chennai (Niederlage gegen Raonic). Der Brasilianer ließ dem jungen Cedrik-Marsel Stebe keine Chance, und bestätigt seine gute Form vom Sieg beim Challenger in Braunschweig. Gerade mal 3 Spieler gewann Dustin Brown gegen Guillermo Garcia-Lopez, allerdings war das Erreichen des Viertelfinals schon eine gute Leistung. Garcia-Lopez trifft nun auf Juan Monaco, der mit Tipsarevic nun Favorit auf den Titel ist.

Umag 2012, Viertelfinale:  

Im kroatischen Umag kommt zum Aufeinandertreffen zwischen Marin Cilic und Alexandr Dolgopolov, also den beiden letztjährigen Finalisten, wobei der Ukrainer seinen ersten Titel auf der Tour damals holte. Gestern schlug er Carlos Berlocq, der zu Beginn des Jahres in Südamerika stark spielte, in einem unterhaltsamen Match, in dem Dolgopolov gewohnt offensiv auftrat. Cilic zeigte sich zuletzt in guter Form, gewann in Queens und stand im Achtelfinale in Wimbledon. Der letzte Titel von Fernando Verdasco liegt länger zurück, 2010 in Barcelona. Gegen seinen Landsmann Marcell Granollers kann er nun ins Finale einziehen.

Bastad 2012, Viertelfinale:  

Der zweite Top 10 Spieler diese Woche ist neben Tipsarevic David Ferrer. Der Spanier steht vor der Chance wie letztes Jahr ins Finale von Bastad einzuziehen (damals verlor er klar gegen Robin Söderling, der leider weiterhin noch nicht komplett erholt ist). Die Nummer 5 der Welt siegte gegen Tommy Robredo, der nach langer Auszeit zuletzt die Challengers in Caltanissetta und Mailand gewann und hier eine Wildcard erhielt. Ferrer trifft nun gegen Grigor Dimitrov, der sein erstes ATP Halbfinale in Queens erreichte und dies nun bestätigt. Favorit im anderen Halbfinale ist klar Nicolas Almagro gegen Jan Hajek aus Tschechien.

Montag, 9. Juli 2012

Die Rückkehr des Königs

Wimbledon 2012, Finale:

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Einen Monat vor seinem 31. Geburtstag konnte sich Roger Federer seinen großen Traum erfüllen und nach 3 Jahren seinen 7. Titel in Wimbledon holen. 9 Jahre nach seinen ersten Grand Slam Titel an selber Stätte holte sich der Schweizer nun Nummer 17 und baut so seinen Rekord aus. Mit seinem ersten Majortitel seit mehr als 2 Jahren eroberte nun sogar die Nummer 1 der Welt zurück und wird so nun auch den Rekord der meisten Wochen als Weltranglistenerster knacken, eine Marke, die bisher noch Pete Sampras hielt - mit ihm ist er auch, was die Anzahl der Titel beim berühmtesten Tennisturnier der Welt anbelangt, gleichgezogen.

Es war jedoch Andy Murray, der in diesem Finale den besseren Start erwichte. Im Gegensatz zu seinen bisherigen 3 Grand Slam Finals, in denen der Schotte jeweils schnell in Rückstan geriet und später keine Wendung mehr herbeiführen konnte, gab er zunächst den Ton an. Federer konnte zwar zu Beginn ein Break aufholen, aber insgesamt funktinierte sein Spiel nicht gut. Zu viele Fehler mischten sich bei ihm ein, während Murray das Match mit kontrollierter Aggression, seine Vorhand kam härter als in anderen Matches, und guter Länge in seinen Schlägen kontrollierte. Bei 4-4 gelang ihm dann das entscheidente Break in Satz 1 und er behielt die Nerven um den Satz auszuservieren. Murray konnten seinen ersten Satz in einem Majorfinale verdientermaßen gewinnen.

Und der Brite meinte er weiter ernst und ließ auch im 2. Durchgang nicht nach. Zu Beginn hatter Federer zwar Möglichkeiten zu breaken, diese wehrte Murray jedoch ab und errang danach eine große Souveränität bei eigenen Augschlag. Viele erste kamen und Federer hatte selbst Probleme effektiv zu returnieren, viele Slicereturns landeten mittig und stellten keine große Bedrohung für Murray da. Er war zu diesem Zeitpunkt weiter der bessere Spieler und hatte selbst einige Breakbälle, doch Federer blieb standhaft und wehrte diese ab oder profitierte davon, dass Murray sie mit Fehlern vergab. Bei 5-6 führte Murray mit 30-0 und es sah nach einem Tiebreak aus. Doch nach einer zu langen Vorhand stand es auf einmal 30-30. Zwei Punkte später, die Federer mit wunderbaren Volleystops beendete, und es stand 1-1 nach Sätzen. Alles war wieder offen und Federer hatte mentalen Vorteil auf seiner Seite.

Diesen nutzen konnte er im Anschluss nicht wirklich. Bei 1-1 musste das Spiel wegen einsetzenden Regen unterbrochen werden und es dauerte etwas über eine halbe Stunde bis das Dach geschlossen wurde. Dass dies für Federer, dem wohl weltbesten Spieler in der Hallen kein Nachteil war, liegt auf der Hand, allerdings hatte er wie schon erwähnt schon vorher begonnen das Match an sich zu reißen. Federer wurde immer mehr dominanter, minimierte seine Fehlerquote, kam oft an Netz und gewann dort auch oft den Punkt, servierte besser und hielt sich besser in längeren Rallies, in denen er zu Beginn noch eher schnell den Punkt verlor gegen einen jüngeren und topfitten Kontrahenten. Im 6. Spiel des dritten Satzes kam es dann zu einem scheinbar ewigen Aufschlagspiel, in dem Murray 5 Breakbälle abwehrte, aber nicht den 6., was die Entscheidung in diesem Durchgang war.

Wenig sprach nun noch für den Lokalmatadoren, und Murray machte auch nicht mehr den Eindruck, dass er gegen einen nun sehr souveränen Federer noch viel ausrichten könnte. Bei 3-2 gelang diesem das Break, Murray hielt zwar danach weiter seinen Aufschlag, aber bei 5-4 konnte Federer ausservieren. Auch wenn er den ersten Punkt dieses Spiels verlor, ließ er sich nicht mehr beirren, am Ende landete ein Vorhandschlag des Briten außerhalb des Platzes - das Match war entschieden und Federer sank jubelnd zu Boden. Nach langen Zeit des Wartens gewann er wieder eines der 4 wichtigsten Turniere im Tennissport.

Andy Murray zeigte seine bisher beste Leistung in einem Grand Slam Finale, doch am Ende reichte es ein weiteres Mal nicht gegen Federer. "I'm getting closer", waren die einzigen Worte, die er herausbekam, bevor ihm die Tränen überkamen. Ein sehr emotinales Match für Murray, der der erste britische Sieger hier seit 1936 hätte werden können, endete damit in einer ebenso emotionalen Rede. Dass er mittlerweile einen Titel bei einem Major verdient behabt hätte, steht bei seiner Konstanz in den letzten Jahren, wohl außer Frage. Doch ebenso ist die Konkurrenz mit den großen 3 an der Spitze brutal, weswegen er weiter auf einem großen Thriumph warten muss.

Federer beendete dagegen eine Art Reise, die nach dem verlorenen US Open Halbfinale 2011 gegen Djokovic begann. Danach zeigte er eine bemerkenswerte Konstanz, spielte viele Turnier, und gewann die meisten davon. Bei den ersten beiden Grand Slams in diesem Jahr war allerdings weiter im Halbfinale Schluss. Viele meinten, dass er über das 5 Satzformat nicht mehr in der Lage sei seinen jüngeren, physisch stärkeren Konkurrenten Paroli zu bieten. Doch in dieser Woche drehte sich das Blatt und er schlug Djokovic im Halbfinale, ein paar Wochen nach der recht klaren Niederlage in Paris. Bei den French Open stand der Serbe noch knapp vor dem 4. Grand Slam in Folge, nun ist Federer wieder neue Nummer 1 (wenn auch nur mit knappen Vorsprung) - die Zeiten ändern sich schnell im Tennis und wieder einmal zeigt sich, dass man Roger Federer nie so schnell abschreiben sollte.

Samstag, 7. Juli 2012

Eine einmalige Chance

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Wimbledon 2012, Halbfinale:

Wie vor einigen Wochen in Roland Garros wird auch in Wimbledon an diesem Sonntag auf jeden Fall Geschichte geschrieben, diesmal jedoch mit 2 anderen Protagonisten. Roger Federer hat die Chance mit dem großen Pete Sampras gleichzuziehen und zum 7. Mal Wimbledon zu gewinnen - dazu wäre er bei einem Sieg die neue Nummer 1 der Welt und würde den US Amerikaner auch bei der Anzahl der Wochen als Weltranglistenerster überflügeln. Andy Murray dagegen könnte der erste britische Sieger werden seit Fred Perry und seinen ersten Grand Slam Titel seiner Karriere gewinnen, nachdem er zuvor alle 3 Finale in denen er stand verlor (2x Australian, 1x US Open).

Der Halbfinaltag begann mit dem Match zwischen Federer und Novak Djokovic. Zu Beginn legten beide ein hohes Tempo vor und die ersten beiden Sätze dauerten gerade mal eine Stunde. Beide waren größtenteils stark bei eigenen Aufschlage. Im ersten Satz erlaubte dich der Serbe eine Schwäche, und konnte das Break nicht mehr aufholen. Im zweiten Satz returnierte er fortan stärker und zeigte sich gewohnt solide. So stand es nach Sätzen augeglichen. Federer zeigte insgesamt eine tolle Vorstellung bei eigenen Aufschlag und gewann viele Punkte auch über den zweiten. Im 3. Satz steigerte sich das Niveau des Matches und es gab mehr gute Ballwechsle zu bestaunen. Federer war näher dran an einem Break, konnte in längeren Rallies nun besser mithalten.

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Doch Djokovic bliebt dran und hielt zum 4-4. Nun hatte er Sieges des Vorjahres seine Chance, doch Federer wehrte den einem Breakball ab. Danach konnte er selbst breaken und gewann so Satz 3. Nun fiel Djokovic erstaunlicherweise ab und verlor komplett den Faden. Federer ging schnell mit 3-0 in Führung und sah immer mehr wie der sichere Sieger aus. Djokovic konnte sich an diesem Tag nicht so gut bewegen auf dem Rasen des Center Courts, machte viele Fehler und wirkte ungeduldig. Doch am Ende war es doch nochmal eng. Federer servierte bei 5-3 30-30 und Errinnerungen an das US Open Halbfinale 2011 wurden war, als Djokovic Matchbälle abwehrte gegen den Schweizer. Doch diesmal kam es nicht dazu. Federer ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und zog so in sein 8. Finale in London ein.


Von Djokovic war es eine eher enttäuschende Leistung. Sein Return kam nicht zum Zuge wie sonst und zu viele Fehler runierten sein Spiel. So verpasste er sein 5. Majorfinale in Folge zu erreichen. Nach diesem Match traf Murray auf Jo-Wilfried Tsonga, es wurde ein ausgeglichenes Match erwartet, aber es sah zunächst nicht danach aus. Murray deklassierte den Franzosen geradezu in den ersten 2 Sätzen und ließ ihm kaum eine Chance. Der Brite schlug fantastisch auf, und Tsonga gewann kaum einen Punkt bei zweiten Aufschlägen, ein Indiz, dass er in den Rallies klar unterlegen war. Doch so einfach sollte es am Ende für den Lokalmatadoren nicht werden.

In Satz 3 ließ Murray Konzentration nach und er lag schnell 0-3 hinten. Den Satz verlor er 3-6. Zu Beginn des vierten Satzes breakte Murray wieder, aber konnte dieses Führung  nicht halten. Gegen Ende geriet er ziemlich unter Druck, Tsonga wurde immer aggressiver und machte weniger Fehler als zu Beginn des Matches. Dazu brachte Murray kaum noch einen ersten Aufschlag ins Feld. Jedoch machte Tsonga fatale Returnfehler, die sich rächen sollten. Bei 5-4 war es dann soweit, Murray spielte eine starkes Returnspiel und sicherte sich mit einem fulminanten Returnwinner den Einzug in sein ersten Wimbledon Finale. Favorit wird Federer sein am Sonntag, Murray muss die Form der ersten beide Sätze heute im Finale finden, dann könnte sein Traum wahr werden.

Dienstag, 3. Juli 2012

Deutsche Renaissance in Wimbledon

Wimbledon, Achtelfinale: 
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Welch eine Erfolgsbilanz für das nicht gerade erfolgsverwöhnte deutsche Tennis. Insgesamt 4 Spieler/innen stehen beim Herren-/Dameneinzel in Wimbledon im Viertelfinale. Vor allem bei den Herren hätte man wohl kaum auf eine solche Bilanz zu hoffen gewagt. Dabei zeigte sich auch mal wieder, dass Rasen der Lieblingsbelag deutscher Spieler ist (warum Deutschland dennoch sämtliche Davis Cup Matches auf Sand austrägt bleibt ein Rätsel). Philipp Kohlschreiber besiegte heute Brian Baker, die us-amerikanische Sensation, die erst kurz vor Roland Garros sein Comeback nach jahrerlanger Auszeit gab. In Windeseile hatte sich Baker, dem vor seiner Verletzung schon viel Potential nachgesagt wurde, in die Top 100 etabliert und erreichte in London das Achtelfinale. Doch gegen Kohlschreiber war Endstation. Wie schon gegen Lukas Rosol, den er eine Runde zuvor entzauberte, machte der Augsburger nur wenig Fehler, servierte stark und zeigte sich auch mental gefestigt. In dieser Form ist er auch gegen Jo-Wilfried Tsonga morgen nicht chancenlos, der Franzose hatte zu Beginn große Probleme gegen Mardy Fish, drehte das Match aber am Ende.

Der zweite Deutsche im Bunde ist Florian Mayer. Im Gegensatz zu Kohlschreiber war es bisher eigentlich nicht sein Jahr, nachdem er zuvor 2011 die Saison auf Rang 23 beendete. Doch in diesem Jahr häuften sich frühe Niederlagen, erst zuletzt war ein Formanstieg zu vermerken, als er das Challenger Turnier in Prostejov gewann und in Halle ein gutes Match gegen Federer spielte. Dennoch war ein zweiter Viertelfinaleinzug nach 2004 kaum zu rechnen. Doch Mayer biss sich druch, gewann zwei 5 Satzmatches und schlug nun mit einer starken Vorstellund Richard Gasquet in 4. In der nächsten Runde kommt es allerdings knüppeldick für die deutsche Nummer 2. Mayer wird sich mit Novak Djokovic messen dürfen. Bei seinen beiden letzten lockeren Siegen gegen Stepanek und Viktor Troicki machte die Nummer 1 der Welt einen sehr guten Eindruck.

Sein blaues Wunder erlebte heute Juan Martin Del Potro auf dem Center Court. Der Argentinier sah gegen einen furios aufspielenden David Ferrer kein Land. Der Spanier war vor allem in Sachen Beinarbeit bei längeren Ballwechsel überlegen und schaffte es immer wieder Del Potro zu zermürben. Dabei zeigte Ferrer aber auch teils tolle Schläge und zeigte, dass er weit mehr ist als nur ein Dauerläufer. Viele Vorhandwinner waren heute dabei, er returnierte und schlug gut auf - und er ließ immer wieder Richtungswechsel in die Ballwechsel einfließen und hielt den nicht ganz so agilen "Turm von Tandil" auf Trab. So kam ein klarer 3 Satz Sieg raus. Es ist das erste Viertelfinale in Wimbledon für den Spanier, der nun wie in Paris auf Andy Murray treffen wird. Auf Sand vor ein paar Wochen schlug er ihn, auf Rasen ist es zwar ein anderes Match, aber in der Form, in der sich Ferrer befindet, sollte es ein offenes Match werden.

Zuletzt haben wir noch den Sieg Roger Federers gegen Xavier Malisse in 4 Sätzen. Der Schweizer hatte jedoch nach eigener Aussage Probleme am Rücken während des Matches, die ihm arg behinderten. Es bleibt zu hoffen, dass diese abklingen werden, wenn er am Mittwoch gegen Mikhail Youzhny antreten wird. Der Russe erreicht das erste Viertelfinale hier und hat nun bei allen Grand Slams die Runde der letzten 8 erreicht.

Sonntag, 1. Juli 2012

Kurz vor Toresschluss

Wimbledon, 3. Runde:

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Nach dem sensationellem Aus von Rafael Nadal in der 2. Runde von Wimbledon gegen Lukas Rosol, war die Konsequenz dessen eine beliebte Frage bie Spielerinterviews. In der Tat öffnet es die zweite Spielplanhälfte immens und wir werden mit Sicherheit in neues Gesicht im Finale sehen. Besonders hoffnungsvoll werden britische Fan auf einem Einzug Andy Murray in eben dieses sein. Der Lokalmatador scheiterte die letzten 2 Jahre jeweils im Halbfinale an dem zweimaligen Champion aus Spanier, ein Schicksal, was ihm dieses Jahr erspart bleiben wird. Doch diese große Chance kommt auch mit größeren Druck daher und bis zum Finale ist es noch ein langer Weg mit vielen gefährlichen Hürden. Eine nahm Murray gestern Abend, kurz nach der 23 Uhr Deadline. Marcos Baghdatis, der zu an guten Tagen vielen Gegnern Probleme bereiten kann, stellte sich als zäher Wiedersacher heraus. Murray siegt am Ende in 4 Sätzen in einem unterhaltsamen Match.

Einen Tag zuvor machte sich Julien Benneteau daran es Lukas Rosol gleich zu tuen und Roger Federer in Runde 3 zu eliminieren. Der Franzose war nach dran, nachdem er 2-1 nach Sätzen führte und Satz 4 erst im Tiebreak entschieden wurde. Benneteau zeigte große Stärke von der Grundlinie, zeigte einige furiose Schläge und war vor allem von der Rückhandseite dem Schweizer überlegen. Gute Aufschläge hielten Federer im Spiel und schließlich konnte er den 4. Satz für sich entscheiden, was das Match entschied. Auch Novak Djokovic verlor einen Satz, hatte aber im Anschlus doch wenig Probleme mit Radek Stepanek. Insgesamt jedoch scheint das Auftreten von Rosol vielen Spielern neunen Mut gegeben zu haben es mit den Spitzenleuten aufnehmen zu können. Lukas Rosol schied außerdem in 3 Sätzen gegen einen bärenstarken Philipp Kohlschreiber aus (wodurch mit Florian Mayer zwei Deutsche im Achtelfinale sind). Rosol Reise in London ist damit zu Ende, doch seine Leistung vor ein paar Tagen wird so schnell nicht vergessen werden.

Einen wahren Marathon Kampf lieferten sich derweil Marin Cilic und Sam Querrey. Der US Amerikaner fehlte letztes Jahr lange verletzt und kam so aus dem Tritt (stand in den Top 20). Vor 2 Wochen sorgte er mit dem Halbfinale in Queens für Aufsehen, verlor dort gegen den denselben Mann, der nun auch gestern stoppte. Er war das längste Match in Wimbledon nach dem Klassiker zwischen Mahut und Isner. Jedoch gab es mehr interresante Grundlinienduelle diesmal. Cilic breakte bei 15-15 und so endete der 5. Satz nach 32 Spielen.

Freitag, 29. Juni 2012

Unfassbar

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Wimbledon 2012, 2. Runde:

Eigentlich hatte Wimbledon mit dem Aus von Tomas Berdych gegen Ernests Gulbis bereits seine erste große Überraschung. Aber während man mit diesem Resultat noch in entferntester Weise rechnen konnte, kam es beim letzten Match auf dem Center Court gestern zu einem Ergebnis, bei dem das Wort Sensation wie eine Übertreibung klingt. Lukas Rosol, der dieses Jahr zum ersten Mal das Hauptfeld von Wimbledon erreichte, und in der ersten Runde im Alter von 26 Jahren sein bisher 3 Match bei einem Grand Slam Turnier gewann, schockte die Tenniswelt und schlug Rafael Nadal in 5 Sätzen. Damit gelang dem Tschechen eine der größten Sensationen in den letzten Jahren.

Man muss sich nur die Ausgangslage in Errinnerung rufen. Nadal hatte zuvor 5 Grand Slam Finals in Folge erreicht und die Sandplatzsaison in beeindruckender Art und Weise dominiert, wobei er auch seine Negativserie gegen Novak Djokovic beendete. Rosol beendete das letzte Jahr mit seiner besten Platzierung, Rang 70, verlor diese aber im Laufe des Jahres wieder und hat bisher eine Bilanz von 11-13 2012. Ein großes Ausrufezeichen setzte er bisher auf ATP Ebene noch nie, zumindest bis heute. Denn gestern zeigte der Tscheche, was es heißt, wenn man das Match seines Lebens spielt.

Dabei gewann Nadal den ersten Satz noch knapp im Tiebreak. Zu diesem Zeitpunkt hätte keiner mit dem kommenden Spielverlauf gerechnet. Rosol zeigte jedoch eine bärenstarke Vorstellung bei eigenen Aufschlag. Sein sonstiger Matchplan war klar und einfach. Er ging volles Risiko und versuchte Nadal vor allem mit seiner Vorhand massiv unter Druck zu setzen. Und diese Marschroute ging voll auf. 1 Break jeweils in beiden folgenden Sätzen reichten so für eine 2-1 Satzführung. In Satz 4 schien dann jedoch alles wieder seinen normalen Lauf zu nehmen. Rosols Niveau verringerte sich und so konnte Nadal den Satz mit 6-2 gewinnen. Das Momentum schien nun klar auf Seiten des Spaniers.

Nun musste jedoch wegen Dunkelheit das Dach geschlossen werden, das Prozedere dauerte 43 Minuten. Dann ging es weiter, Rosol beschrieb selbst, dass es sich als er zurück auf dem Platz kam wie in Trance fühlte und so fing er auch an zu spielen. Er legte im Vergleich zu Satz 2 und 3 nochmal eine Schiebe drauf und war Nadal nicht zu breaken. Mit dem geschlossenen Dach klangen seine Schläge wie Kanonenkugeln, die auf dem Platz einschlugen. Fatalerweise verlor Nadal aber seinen eigenen Aufschlag und musste einem Break hinterher laufen. Rosol zeigte aber keinerlei Anzeichen von Nervenschwäche.

Schließlich stand es 5-4 und Rosol servierte zum Matchgewinn. Eine ungeheure Spannung lag in der Luft. Und was folgte waren 3 Asse und ein Vorhandwinner nach einem 2. Aufschlag. Nach dem letzem Ass sank Rosol zu Boden und konnte seinen Thriumph scheinbar selbst nicht fassen. Für Nadal war es das früheste Aus seit Wimbledon 2005 vor 7 Jahren und herbe Rückschlag im Kampf um die Nummer 1 nach seinen Titel in Paris. Rosol zeigte dagegen nach den Debatten um die Unangreifbarkeit von Nadal und Djokovic, dass im Tennis niemand unschlagbar ist und man mit genügend Mut und ohne Furcht an bestimmten Tagen jeden schlagen kann.

Montag, 25. Juni 2012

Genie und Wahnsinn

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Wimbledon 2012, 1. Runde:

Es war in der letzten Woche während der Vorberichterstattung zum Grand Slam Turnier wieder viel über die Unverwundbarkeit der Top 3, vor allem Nadal und Djokovic, im Herrentennis zu lesen. Der heutige erste Tag zeigte, dass dies aber nicht für Spieler, die unmittelbar dahinter stehen gelten muss. So endete der Tag heute mit einem Paukenschlag, Tomas Berdych, der zwar kein Favorit hier war, aber dem man hinter den absoluten Spitzenspielern mit Tsonga und Murray noch am meisten zugetraut hätte, schied in 3 Sätzen gegen den Letten Ernests Gulbis aus. Der mittlerweile 23 Jährige hat schon seit langem einem Ruf zwischen Genie und Wahnsinn zu schwanken, wobei zuletzt der Wahnsinn eindeutig überwiegte. Gulbis verlor seit etwa einen Jahr mit ein paar Ausnahmen serienweise Erst- oder Zweitrundenmatches.

Das letzte Ausrufezeichen, was er auf der ATP Tour setzte war sein Thriumph in Los Angeles im Juli letzten Jahres. Im Frühjahr 2010, als er seinen ersten Titel in Delray Beach gewann und eine starke Sandplatzsaison folgen ließ, schien es so, dass er sein großes Talent doch noch nutzen könnte, doch die Bestätigung des Geleisteten ließ dann auf sich warten. Nun dieses Sieg gegen Berdych in der ersten Runde hier in Wimbledon. Gulbis spielte ein bärenstarkes Match, schlug sehr stark auf und zeigte auch tolle Grundschläge. Doch vor allem war beeindrucken wie er die Nerven behielt in den 3 Tiebreaks, die er gewann. Denn für diese Art von mentaler Stärke war er, wie er auch selbst zugab nicht umbedingt bekannt.

Bitter war die Niederlage ohne Frage für Berdych, der vor Roland Garros eine bemerkenswerte Form zeigte mit dem Höhepunkt Finale in Madrid. In Paris scheiterte er gegen Del Potro im Achtelfinale. Hier nun das frühe Aus in Runde 1 gegen einen überraschend starken Kontrahenten. 2010 stand der Tscheche im Finale, doch für weitere Großtaten sollte es seitdem nicht mehr reichen. Nicht ganz so überraschend, aber so vielleicht dennoch nicht umbedingt zu erwarten war die Niederlage von John Isner gegen Alejandro Falla. Isner galt aufgrund seines gigantischen Aufschlags als zu recht gefährlicher Gegner. Doch Falla returnierte stark und war von Grundlinie überlegen. Der Kolumbier führte vor 2 Jahren in der ersten Runde mit 2-0 Sätzen gegen Roger Federer und hätte damals beinahe für eine Sensation gesorgt. Die Tatsache, dass die Bälle auf Rasen flach abspringen, kommt Isner allgemein auf den grünen Belag nicht umbedingt zu Gute.

Samstag, 23. Juni 2012

Wimbledon 2012: Auslosung

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Gestern wurde die Auslosung des Hauptfelds von Wimbledon vorgenommen. Eine erste große Überraschung ereignete sich dabei, als feststand, dass Roger Federer und Novak Djokovic in der selben Hälfte sind, und so möglicherweise im Halbfinale aufeinandertreffen können. Es wäre das erste Mal seit ... nunja den French Open, die vor 2 Wochen zu Ende gingen. In den letzten 9 Majorturnieren war dies nun 8 Mal der Fall (Ausnahme war Melbourne dieses Jahres). Damit landen logischerweise Rafael Nadal und Andy Murray in der selben Hälfte, und es könnte zum 3. Halbfinale der beiden in Folge kommen. Doch bis dahin werden die 4 erstmal einige Gegner aus dem Weg räumen müssen.

Dabei kann man das Viertel von Murray wohl als das Schwerste einordnen. Zwar in Ferrer angenehmer als Tsonga oder Berdych, dafür sind Spieler wie Raonic, Cilic und Del Potro dabei. Besser erwichte es da Federer, dessen höchstgesetzter Gegner bis zum Halbfinale Janko Tipsarevic sein kann. Bei Djokovic könnte es zu einem Viertelfinale gegen Berdych kommen, Nadal könnte auf Tsonga dort treffen.

Dazu gibt es noch einige interresante Erstrundenmatches zu beachten. Tommy Haas wird auf Philipp Kohlschreiber treffen wie vor einer Woche im Halbfinale von Halle. David Nalbandian, der nicht gesperrt wurde, spielt gegen Janko Tipsarevic. Und Lleyton Hewitt wird es mit Jo-Wilfried Tsonga aufnehmen.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Wimbledon 2012: Favoritenschau

Kaum sind die French Open vorbei geht es schon nächste Woche mir dem nächsten Grand Slam Turnier in Wimbledon weiter. Wir wollen euch mit einer Vorstellung der Favoriten auf das berühmteste Tennisturnier der Welt einstimmen. Da die Dominanz der Topspieler an der Spitze aber weiterhin riesig ist, wird dies nicht umbedingt überraschend ausfallen. Dazu ist eine Einordnung der Spieler natürlich auch immer eine subjekte Entscheidung.

Favoriten:

1) Rafael Nadal

Während Nadal bis zu den Australien Open dieses Jahres die Dominanz von Djokovic zu erdrücken schien, wirkte die rote Asche wie 2010 wie eine Frischzellenkur für den Spanier. Alle 3 großen Turnier (abgesehen Madrid, das auf blauen Sand gespielt wurde) gewann Nadal und schlug dabei Djokovic jeweils im Finale, dabei durchbrach er die 0-7 Serie gegen den Serben und damit wohl auch die mentale Blockade, die er gegen die Nummer 1 der Welt zu haben schien. Nach seiner beeindruckenden Vorstellung bei den French Open ist auch in Wimbledon Topfavorit, wo er seit 2005 fünf Finale in Folge erreichte. Im Gegensatz zu Hartplatz nimmer Rasen seinen Spin besser an, dazu verlangsamt sich der Belag in der 2. Woche durch Abnutzung. Das frühe Aus in Halle gegen Kohlschreiber sollte man nicht überbewerten, dies war in Queens bisher die Regel, nur 2008 holte er dort den Titel.

2) Novak Djokovic

Djokovic hat nicht mehr die Form, die ihm letztes Jahr zu seinem ersten Titel in Wimbledon getragen hatte - zu dieser Zeit hatte er gerade mal 1 Match im gesamten Jahr verloren und schlug Nadal im Finale, womit er ebenso neuer Weltranglistenerster wurde. Dies ist er immer noch, aber er wirkt nicht mehr unangreifbar. Mehr Fehler sind in seinem Spiel, er spielt mit etwas weniger Aggressiviät und hadert öfter. Was jedoch weiter beeindruckend bleibt ist sein Wille, der in zum Beispiel durch das Match gegen Tsonga brachte. Nun wird der Druck jedoch steigen, sind doch Federer und Nadal in Reichweite im Ranking. Darum ist er insgesamt hinter Nadal angesiedelt bei uns, vor allem ist Rasen immer noch nicht sein Lieblingsbelag mit dem flachen Abspringen der Bälle. Trotz allem ist Djokovic mit Nadal weiterhin der derzeit dominierende Spieler auf der Tour und die genannten "Verschlechterungen" sind alle weiterhin auf verdammt hohen Niveau - auf roten Sand erreichte er 3 Finals und nur Nadal war eine zu hohe Hürde.

3) Roger Federer

Der Schweizer spielte noch eine relativ gute Sandplatzsaison, vor allem sein Sieg auf blauen Untergrund in Madrid bleibt im Gedächtnis. Auch ein Halbfinale in Rom und Paris kann sich sehen lassen, jedoch verlor Federer dabei recht klar gegen Djokovic, während er letztes Jahr dessen Serie bei den French Open beendete. Federer zeigte sich seit den letzten US Open vor allem im Best of 3 Format in toller Form und fuhr mit beeindruckender Konstanz starke Ergebnisse ein. Bei Grand Slams war dagegen seit 2010 in der Regel gegen Djokovic und Nadal Schluss. Von daher ist es fraglich, ob er die Dominanz Nadals und Djokovics dieses Mal durchbrechen kann und ein 5. Finale in Folge verhindern kann. In der Form des Frühjahres sollte er doch auf schnelleren Rasen ein sehr gefährlicher Gegner sein. In den letzten beiden Jahren verlor er jeweils im Viertelfinale, diese Mal sollte es für den 5 maligen Champion mal wieder weiter gehen.

Außenseiter:

4) Andy Murray

Normalerweise zählt auch Andy Murray zu den Favoriten vor Grand Slam Turnier, wenn auch hinter den großen Dreien. Doch die Form des Briten war zuletzt nicht umbedingt die beste, seine starken Leistungen von 2011 auf Sand konnte er dieses Jahr nicht wiederholen. Dazu scheint die Herausforderung 2 der Spieler vor ihm in Folge zu schlagen weiterhin zu groß. Zuletzt war für den Lokalmatadoren in Wimbledon immer im Halbfinale Schluss, Wiederholung gut möglich.

5) Jo-Wilfried Tsonga

Schon letztes Jahr sorgte der Franzose für Furore und schlug Roger Federer nach 0-2 Rückstand im Viertelfinale. In Paris erreichte er nun sein bisher bestes Ergebnis und scheitere in der Runde der letzten 8 extrem knapp gegen Djokovic. Mit seinem starken Aufschlag und Vorhand, und seinem allgemein sehr offensiven Spiel kann er auf Rasen Gegner in guter Form quasi vom Platz schießen. Die Top 4 werden ein Treffen im Viertelfinale auf jeden Fall lieben vermeiden.

5) Tomas Berdych 

Das gilt wohl auch für Tomas Berdych. Dieser bewies seine Stärke auf Rasen 2010, als er sein bisher einziges Grand Slam Finale erreichte. Der Tscheche spielt ein gutes Jahr bisher, und überzeugte auch auf Sand (Finale in Madrid). Ähnlich wie Tsonga kann er mit seiner aggressiven Spielweise für jeden Gegner ein Problem werden. Bei beidem ist aber auch die Frage zu stellen, wie sie über 5 Sätze ein hohes Niveau halten können.

Tennis-News: Woche 1

Herzlich Willkommen zu den neuen wöchentlichen "Tennis-News" hier im Blog!
Diese Woche: David Nalbandian, Arnaud Clement und die WTA-Tour

David Nalbandian sorgte am Sonntag mit einem Skandal für Aufregung in der Tenniswelt. Nach einem verlorenen Punkt beim Stand von 6-7(3) 3-4 aus Nalbandians Sicht trat der Argentinier auf eine Werbebande unmittelbar vor einem Linienrichter ein, welche diesem eine Platzwunde am Schienbein zufügte. Nalbandian wurde daraufhin disqualifiziert, das Preisgeld und die verdienten 150 Weltranglistenpunkte gestrichen, und das Match zu Gunsten von Marin Cilic beendet. Dies könnte allerdings nicht die einzige Konsequenz für Nalbandian sein. Laut der britischen "Daily Telegraph" zeigte der betroffene Linienrichter Nalbandian wegen Körperverletzung an. Zudem droht ihm auch eine Sperre, in Wimbledon spielt er aber sicher noch.

Arnaud Clement, Franzose auf Weltranglistenplatz 142, beendete nach der Niederlage in der Wimbledon-Quali gegen Kenny de Schepper seine Einzelkarriere wie er auf "facebook" verkündete. Im Doppel bleibt er weiterhin mit Landsmann Michael Llodra im Bewerb. Für ihn ist es nun ein großer Traum Davis Cup-Kapitän zu werden, sollte er jedoch nicht gewählt werden hat er aber laut eigener Aussage andere Projekte im Hinterkopf die ihn motivieren.

WTA-Tour: Auf der Damentour fanden letzte Woche zwei Turniere statt. In Birmingham gewann überraschend die 20-jährige Qualifikantin Melanie Oudin, die im Finale die ehemalige Nummer 1 der Welt Jelena Jankovic besiegen konnte und so ihren ersten WTA-Titel feiern kann.
Im österreichischen Bad Gastein gewann die Französin Alize Cornet. Vier Jahre nach ihrem ersten WTA-Titel schlug sie im Endspiel die an zwei gesetzte Begierin Yanina Wickmayer.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Nummer 6: Jo-Wilfried Tsonga

Ein neuer Teil unserer Serie zum Saisonende. Heute haben wir Jo-Wilfried Tsonga (26 Jahre / Frankreich):

Ausgangslage:

Tsongas Stern ging 2008 auf, als er sensationell das Finale der Australian Open erreichte und später im Jahr das Master Turnier in Paris-Berdy gewann. Doch der Franzose, der einer der aggressivsten Spieler auf der Tour ist und über eine sehr starke Vorhand und Aufschlag verfügt, konnte sich darauf nicht konstant als Top 10 Spieler etablieren. Letztes Jahr handicapte ihn desweiteren eine Knieverletzung.

Höhepunkte:

Ab der Rasensaison spielte Tsonga furios auf, erreichte zunächst das Finale von Queens und schlug Federer im Viertelfinale in Wimbledon und auch in Cincinati. Nach dem Viertelfinale in New York, gewann er Titel in Metz und Wien, und erreichte das Finale in Pairs-Bercy un London.



Tiefen:

Der Saisonstart lief in Gegensatz zur zweiten Saisonhälfte schwächer aus. In Melbourne war in Runde 3 Schluss, ähnlich früh in Miami und Indian Wells. Auch die Sandplatzsaison des Franzosen lief suboptimal.

Ausblick:

Tsonga zeigte dieses Jahr, welches Potential in ihm steckt, mit seiner spektakulären Spielweise ist er auf schnellen Belägen ein sehr angenehmer Spieler. Damit sollte er sich in der Top 10 halten können.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Nummer 7: Tomas Berdych

Ein neuer Teil unserer Serie zum Saisonende. Heute haben wir Tomas Berdych (26 Jahre / Tschechien):

Ausgangslage:

Nachdem Tomas Berdych schon lange das Potential nachgesagt wurde es in die Top 10 zu schaffen, gelang ihm der Durchbruch erst im letzten Jahr. Besonders stark waren dabei das Halbfinale in Roland Garros und das Finale von Wimbledon. Gegen Ende des Jahres ging ihm jedoch etwas die Luft aus.

Höhepunkte:

Berdych zeigte über das ganze Jahr hinaus eine erstaunliche Konstanz. Der Tscheche erreichte er zahlreiche Viertel- (Australian Open, Rotterdam, Miami, Madrid, Rom, Montreal) und Halbfinals (Dubai, Nizza, Bastad, Cincinati, Basel, London). Dazu kam am Ende des Jahres noch ein Titel in Peking.



Tiefen:

Seine Grand Slam Bilanz fiel schlechter aus als im vorherigen Jahr, vor allem in Roland Garros und Wimbledon konnte er nur wenig verteidigen. Desweiteren fehlte ihm der Killerinstinkt um mehr Finals oder Titel zu erreichen, bedenkt man seine viel Teilnahmen ab Viertelfinale.

Ausblick:

In guter Form ist Berdych mit seiner Schlagstärke eine der gefährlichsten Spieler auf der Tour. Ein weiteres Jahr mit World Tour Finale ist auf jeden Fall drin. Das scheint aber erstmal das Limit zu bleiben, die Top 4 ist im Moment wohl unerreichbar.

Nummer 8: Mardy Fish

Ein neuer Teil unserer Serie zum Saisonende. Heute haben wir Mardy Fish (30 Jahre / USA):

Ausgangslage:

Mardy Fish gelang es letztes Jahr sein beste Saison aus dem Jahr 2003 zu toppen. Als Höhepunkt gelang es ihm in den USA 2 Titel zu holen und das Finale von Cincinati zu erreichen. Zuvor gewann der US Amerikaner bereits 3 Titel und erreichte bei den Australian Open und US Open das Viertelfinale.

Höhepunkte:

Mardy Fish blieb sich treu und trumpfte auf US Hartplatz auf. Zu Beginn des Jahres erreichte er die Halbfinals von Memphis, Delray Beach und Miami. Später folgte das Viertelfinale in WImbledon, sein bestes Grand Slam Ergebnis. Danach kamen ein weiterer Titel in Atlanta, ein Finale in Los Angeles und Montreal, das Halbfinale in Cincinati, und schließlich das Achtelfinale der US Open.



Tiefen:

In Australien schied Fish früh in Melbourne aus. Dazu lief seine Sandplatzsaison nur durchschnittlich, der US Amerikaner konnte insgesamt außerhalb der USA nicht diesselbe Ergebnisse bringen wie dort. Am Ende des Jahres handicapte ihn eine Verletzung und er konnte bei den World Tour Finals kein Match gewinnen.

Ausblick:

Fish konnte seine 2010er Saison noch einmal toppen. Der aufschlagstarke US Amerikaner erreichte die Top 10 und spielte zum ersten Mal beim Master Cup mit. Ob er dies halten kann ist jedoch schwer vorstellbar, Top 20 schein eher wahrscheinlich.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Nummer 9: Janko Tipsarevic

Ein neuer Teil unserer Serie zum Saisonende. Heute haben wir Janko Tipsarevic (27 Jahre / Serbien):

Ausgangslage:

Janko Tipsarevic, dem man mehr Potential zusagt, als was er selbst in den letzten Jahren erreichen konnte, war in den letzten Jahren konstant in dne Top 50 vertreten. Sein bestes Grand Slam Resultat war die 4. Runde in Wimbledon 2007 und 2008, außerdem erreichte er in den letzten beiden Jahren die Finals von Moskau und Hertogenbosch.

Höhepunkte:

In der ersten Jahreshälfte setzte der Serbe bei 250er Turnieren immer wieder für kleine Ausrufezeichen (Halbfinale Chennai, Belgrad - Finale Delray Beach und Eastbourne). Richtig stark spielte er dann in den USA im Sommer. Nach dem Halbfinale in Montreal folgte das Viertelfinale bei den US Open. Danach kamen noch seine ersten beiden Titel in Kuala Lumpur und Moskau (+ Finale St.Petersburg). Als letztes Highlight durfte er nach der Verletzung Murrays noch bei den World Tour Finals antreten und schlug Novak Djokovic.



Tiefen:

Tipsarevic holte seine Punkte weniger bei Masters oder Grand Slam, bis auf die US Open ist seine Bilanz dort für einen Top 10 Spieler nicht optimal. Zudem könnte man seine Bilanz von 2 Titeln aus 5 (!) Finals kritisieren.

Ausblick:

Es war die Saison seines Lebens, und kam insgesamt auch eher unerwartet. Dass Tipsarevic diesen Platz halten kann, ist insgesamt wohl eher nicht zu erwarten. Aber weiterhin einen Platz in den Top 20 sollte der Serbe behalten können.

Nummer 10: Nicolas Almagro

Ein neuer Teil unserer Serie zum Saisonende. Heute haben wir Nicolas Almagro (26 Jahre / Spanien):

Ausgangslage:

Almagro, der seit 2006 in den Top 100 steht, schaffte es nach 2008 letztes Jahr zum zweiten Mal unter die besten 20 Spielern der Welt. Der Spanier, der am Liebsten auf Sand spielt, erreichte im letzten Jahr das Viertelfinale von Roland Garros und gewann 2 Titel bei Sandplatzturnieren.

Höhepunkte:

Nicolas Almagro war der dominante Spieler bei den "Golden Swing" Turnieren, Titel in Costo di Sauipe und Buenos Aires sowie ein Finale in Acapulco. Während der Sandplatzsaison erreichte er das Halbfinale in Barcelona, und gewann einen weiteren Titel in Nizza. Weiter ging es dann nach Wimbledon, mit Halbfinals in Bastad und Gstaad, einem Finale in Hamburg und einem Viertelfinale in Montreal.



Tiefen:

Abgesehen von Start des Jahres (Achtelfinale Melbourne) und dem Viertelfinale in Kanada, blieben die Erfolge des Spaniers außerhalb von Sandturnieren bescheiden. Und dort trumpfte er vor allem bei "kleineren" Turnieren auf. In Roland Garros war schon in der ersten Runde Schluss.
Ausblick:

Die Art und Weise wie Almagro bei 250er und 500er Turniere auf Sand Erfolge sammelte, zeigt welches Potential er auf der roten Asche hat. Jedoch müsste er sein Spiel auf den anderen Belägen verbessern, sonst wird er kaum seinen Platz in den Top 10 auf Dauer halten können.